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Gesundheitslexikon

Haarbalgentzündung

Die Krankheit betrifft den oberen Teil des Haarschaftes und äußert sich meist in eitrigen Pusteln und Rötungen.
Männer erkranken häufiger als Frauen. Die Krankheit tritt bei Männern meist in der Bartregion auf, bei Frauen an rasierten Beinen oder Achselhöhlen. Inder und Afrikaner sind häufiger von dem Problem der Haarbalgentzündung betroffen als Europäer.

Ursachen

In der Regel ist die Ursache für die Entzündung eine Bakterieninfektion. Bakterien der Gattung Pseudomonas und Staphylococcus sind die Hauptauslöser. Aber auch Pilze und der Herpes simplex Virus können zu einer Entzündung am Haarschaft führen. Warum manche Menschen die Neigung haben, diese Krankheit zu bekommen, ist noch unbekannt. In vielen Fällen verläuft sie aber chronisch. Das heißt, der Betroffene leidet immer wieder unter den selben Symptomen.
Die Haarentfernung ist ein begünstigender Faktor, da dabei Krankheitskeime in den Haarschaft eindringen können. Dazu zählen Rasieren, Epilieren, Wachsen und das Zupfen einzelner Haare. Nachwachsende Haare können sich zur Seite biegen, oder sind so schwach, dass sie nicht durch die Haut herauskommen können. Sie wachsen unter der Haut weiter und können so zu Reizungen und Entzündungen führen. Oberflächliche kleine Wunden, die durch das Entfernen der Haare entstehen, bieten ihrerseits wiederum einen guten Nährboden für Krankheitserreger, die tiefer eindringen und die Entzündung auslösen können.
An den Beinen, den Achseln und der Intimregion kommt noch dazu, dass die Kleidung und die Körperstellung beim Sitzen oft eine Luftzufuhr einschränkt und damit das Bakterien- und Pilzwachstum fördert.
Tropisches Klima mit hoher Luftfeuchtigkeit, Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus Typ 1, Diabetes mellitus Typ 2), Akne und die Behandlung mit manchen Medikamenten wie Kortison oder Antibiotika fördern ebenfalls die Entstehung einer Haarbalgentzündung. 
Mögliche Folgeerkrankungen

Die Krankheit kann zu einer tiefer liegenden Entzündung führen und so ein Furunkel oder einen Abszess bilden. Sind mehrere Haarschäfte nebeneinander entzündet, kann es zur Entstehung eines Karbunkels kommen.
Vorbeugung

Es gibt keine wirkliche Vorbeugung. Um zu verhindern, dass sich eingewachsene Haare entzünden können, kann versucht werden, sie rechtzeitig zu entfernen. Mit einer Pinzette oder einer sterilen Nadel kann das Haar vorsichtig unter der obersten Hautschicht herausgezogen werden. Anschließend ist es empfehlenswert unbedingt eine desinfizierende Salbe oder Lösung zu verwenden, um eine Bakterieninfektion zu vermeiden. Wächst das Haar tiefer unter der Haut, kann eine Zugsalbe helfen, das eingewachsenen Haar herauszuholen. Ein regelmäßiges Peeling der obersten Hautschicht kann verhindern, dass Haare allzu tief einwachsen.
Wachsen die Haare trotz aller Bemühungen immer wieder ein und entzünden sich, bleibt meist nur die Möglichkeit, die Haare nicht mehr zu entfernen.

Beschwerden

Die Entzündungen sind meist nur wenig schmerzhaft, können aber mehr oder weniger stark jucken. Vordergründig ist für den Betroffenen aber meist das kosmetische Problem.

Diagnose

Der Hautarzt kann die Diagnose meist auf einen Blick stellen. Zusätzlich können labormedizinische Untersuchungen gemacht werden, um genau festzustellen, welcher Keim die Infektion verursacht hat. Bakterien- und Pilzkulturen sind dafür notwendig.

Behandlung

Die Behandlung beschränkt sich meistens auf eine lokale Therapie mit Antibiotika oder entsprechendem Pilzmittel. Das Mittel der Wahl ist in der Regel das Antibiotikum Erythromycin. Auch Benzoylperoxid, das vorwiegend in der Aknetherapie eingesetzt wird, leistet gute Dienste in der Behandlung der Haarbalgentzündung. Es wirkt nicht nur antibakteriell, sondern auch schälend, so dass die obersten Hautschichten quasi gepeelt werden. Benzoylperoxid hat aber eine stark bleichende Wirkung. Es darf daher nicht mit dunkler Kleidung in Berührung kommen. Im Bereich des Bartes ist es nur mit besonderer Vorsicht zu verwenden. Es bietet sich die Möglichkeit, den Arzneistoff zum Beispiel in eine Rasiercreme einarbeiten zu lassen.
Sonnenbestrahlung ist während einer Behandlung mit dieser Substanz nicht anzuraten. 

Heilungschancen
Oberflächliche Entzündungen heilen in den meisten Fällen narbenlos ab. Bei dunklen Hauttypen können allerdings nach der Infektion Störungen der Pigmentierung auftreten. Hellere oder dunklere Flecken an den Stellen der entzündeten Haarbälge sind die Folge. Breitet sich die Entzündung weiter aus, können Abszesse und Furunkel entstehen, die ihrerseits dann Narben hinterlassen. 

Ergänzende Maßnahmen
Wenn die Haare unbedingt entfernt werden sollen und eine Neigung zur Haarbalgentzündung besteht, ist es empfehlenswert, weder nass zu rasieren noch Epiliermethoden anzuwenden, bei denen die Haare einzeln gezupft werden. Diese Methoden reizen die Haut besonders und Entzündungen sind so leichter möglich. Trocken Rasieren vermeidet Hautverletzungen. Außerdem ist es möglich, dabei das Haar etwas ober der Hautoberfläche abzuschneiden, und daher eine Reizung der Haut überhaupt zu vermeiden.
Wachsen oder das Abschmirgeln der Haare mit feinem Sandpapier sind Möglichkeiten, bei denen das Einwachsen und Entzünden der Haare am besten vermieden wird.

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