Verwaltungshandeln in Zeiten von Corona

Die Fallzahlen der Krankheit Covid-19 entwickeln sich erfreulicherweise nicht mehr mit der hohen Dynamik der Anfangszeit. Wesentliche Lockerungen abseits der weiterhin bestehenden Abstandsregelungen wurden daher zwischenzeitlich in vielen Bereichen unseres Lebens umgesetzt.

Auch die Standorte der BKK W&F sind wieder für den persönlichen Kundenverkehr geöffnet. Bitte bringen Sie dazu einen Mund-Nasen-Schutz (Maske) mit.

Um Wartezeiten zu vermeiden, bitten wir um vorherige Abstimmung von Terminen. Wenden Sie sich dazu vorab telefonisch (0800 56 61 800) oder per E-Mail (info(at)bkk-wf.de) an uns.

Tipp: Möchten Sie uns Unterlagen zukommen lassen, empfehlen wir weiterhin die Nutzung der BKK Internetfiliale Meine BKK W&F (auch als App für iOS und Android-Geräte verfügbar).

Sonderregelungen auf einen Blick

Informationen für Versicherte

Arztbesuche

Videosprechstunden - Aussetzung der Begrenzung bis 30. September 2020

  • Um die Ansteckungsgefahr durch die Corona-Pandemie beim Arztbesuch möglichst klein zu halten, haben der GKV-Spitzenverband und die Kassenärztliche Bundesvereinigung die Beschränkung für die Videosprechstunde seit 1. April und noch bis mindestens 30. September aufgehoben. Bisher sollten höchstens 20 Prozent der Behandlungsfälle je Vertragsarzt als Videosprechstunde angeboten werden, um als Standard den direkten Arzt-Patienten-Kontakt weiter im Vordergrund zu sehen.
  • Das gleiche gilt auch bei Videogesprächen in der Psychotherapie. Die Videosprechstunde kann in diesem Zeitraum nicht nur bei der psychotherapeutischen Sprechstunde genutzt werden, sondern auch bereits bei probatorischen Sitzungen. Ebenfalls in dieser befristeten Zeit möglich sind Online-Gespräche, wenn ggf. kein persönlicher Arzt-Patienten-Kontakt zur Eingangsdiagnostik, Indikationsstellung und Aufklärung vorausgegangen ist. 

Sonderregelungen zur Verordnung von Leistungen wie Heil- und Hilfsmitteln, häuslicher Krankenpflege oder der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung

  • Fast alle Sonderregelungen sind mittlerweile ausgelaufen.
  • Bestehen bleibt eine Ausnahme, dass die Heilmitteltherapie erst innerhalb von 28 Tagen beginnen muss, regulär sind es 14 Tage. Auch können Krankentransporte zur ambulanten Behandlung im Zusammenhang mit COVID-19 bis 30. September weiterhin ohne Genehmigung der Krankenkassen verordnet werden.

AU-Bescheinigungen

Ärzte durften Patienten mit Beginn der Pandemie telefonische Krankschreibungen vornehmenn. Voraussetzung war, dass es sich um eine leichte Erkrankung der oberen Atemwege ohne schwere Symptomatik  handelt. In diesem Fall konnte eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (oder Bescheinigung für den Bezug von Krankengeld bei der Erkrankung eines Kindes) für bis zu eine Woche ausgestellt werden.

Das Fortdauern der Arbeitsunfähigkeit konnte durch erneute telefonische Rücksprache einmalig für einen weiteren Zeitraum von bis zu 7 Kalendertagen festgestellt werden und galt bundesweit bis zum 31. Mai 2020. 

Gesundheitskurse

Eine unvollständige Kursdurchführung oder eine Verlängerung des Durchführungszeitraums eines Kurses aufgrund der Corona-Pandemie wird sich nicht negativ auf eine Kostenerstattung auswirken.

Sofern Kurse begonnen, aber aufgrund der Corona-Pandemie unterbrochen werden, akzeptieren wir eine spätere Fortsetzung oder den Umstieg auf eine digitale Lernform.

Dies gilt auch für Kurse, deren vorgesehener Beginn in die Zeit der Kontaktbegrenzungen fällt und die daher nicht als Präsenzkurse durchgeführt werden können: sie können nach Zustimmung des Versicherten unter Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) durchgeführt werden können, wenn sie spätestens am 30. September 2020 enden (Hinweis für Anbieter: ein Anspruch auf eine Zertifizierung als IKT-Kurs nach Ablauf des genannten Zeitraumes besteht nicht).

Sofern Kurse aufgrund der Corona-Pandemie nicht vollständig durchgeführt bzw. besucht werden konnten und eine spätere Fortsetzung von der Kursleitung nicht angeboten wird bzw. der oder die Versicherte eine solche nicht nutzen kann,werden wir die Kostenerstattung mindestens auf der Basis der durchgeführten Termine vornehmen.

Hotlines

Viele Landrats- und Gesundheitsämter haben ebenso wie einige Krankenkassen Hotlines eingerichtet, unter denen sich besorgte Bürger mit ihren Fragen melden können und konkrete Informationen über den Stand der Dinge in ihrer Region erhalten. Die Rufnummer des für Sie zuständigen Gesundheitsamts können Sie über die Suche des Robert Koch-Instituts ermitteln.

Grundsätzlich steht allen Bürgerinnen und Bürgern darüber hinaus im Verdachtsfall der Ärztliche Bereitschaftdienst unter 116117 zur Verfügung.

Allgemeine Informationen zum Coronavirus erhalten Versicherte der BKK W&F über die Experten unseres Gesundheitstelefons "g wie gesund" unter 0800 1 405541 30 090.

Eine weitere Liste mit Informations-Hotlines finden Sie auf der Internetseite des Bundesgesundheitsministeriums.

Kinderuntersuchungen (Us)

Die Corona-Pandemie beeinflusst auch die Früherkennung für Kinder. Durch die ausgerufene Kontaktsperre werden Eltern und ihre Kinder ihre regulären Termine zur Früherkennung u. U. nicht wahrnehmen. Auf diese Situation haben die Kassenärztliche Bundesvereinigung und der GKV-Spitzenverband reagiert und beschlossen, die fixen Intervalle für die U6 (zehnter bis zwölfter Lebensmonat), U7 (21. bis 24. Lebensmonat), U7a (34. bis 36. Lebensmonat), U8 (46. bis 48. Lebensmonat) und U9 (60. bis 64. Lebensmonat) aktuell aufzuheben.

Dies gilt auch für die besonderen Zusatzangebote von BKK Starke Kids.

Sie können später nachgeholt werden. Für die frühen U-Untersuchungen (U2 bis U 5), die ein relativ enges Zeitfenster von wenigen Tagen und Wochen haben, ist ein Verschieben medizinisch nicht sinnvoll. Sollte die Früherkennung im Einzelfall durch einen gegebenen Anlass jedoch geboten sein, um die Entwicklung des Kindes nicht zu gefährden, kann sie nach wie vor durchgeführt und abgerechnet werden. Diese Regelung greift vom 25. März 2020 bis Ende September 2020.

Kuren & Aktivwochen

Mutter/Vater-Kind-Kuren

Alle Einrichtungen der Vorsorge und Rehabilitation waren zu Beginn der Pandemie verpflichtet, geplante Behandlungen, die aus medizinischer Sicht Aufschub dulden, abzusagen, um so personelle und räumliche technische Kapazitäten entweder zur Behandlung von Corona-Patienten oder aber zur Entlastung anderer Krankenhäuser zu verwenden. In Bayern wurde die Zwangsschließung noch bis zum 31.7.2020 verlängert. Positiv ist, dass in vielen anderen Bundesländern Mutter-Kind Kliniken ab Juni wieder Patienten aufnehmen dürfen.

Rehabilitaton/AHB

Immer mehr Reha-Kliniken geben bekannt, dass sie sukzessiv zum Regelbetrieb sowohl für AHB-Patienten als auch für Allgemeine Heilverfahren zurückkehren aber weiterhin bis zu 30% der Bettenkapazitäten für evtl. Coronapatienten freihalten müssen. Vor diesem Hintergrund können wir wöchentlich steigernd immer mehr Vertragskliniken belegen und bearbeiten.

Fit & Vital Vorsorgekuren

Ambulante Vorsorgekuren sind in einigen Orten mittlerweile wieder möglich.

BKK Aktivwochen, Well-Aktiv-Maßnahmen

Präventionsmaßnahmen sind nur unter strengen Infektionsschutzregeln wieder möglich. Dies ist je nach Programm und Kurort unterschiedlich umsetzbar. 

Kurzfristige Beschäftigungen

Mit dem „Gesetz für den erleichterten Zugang zu sozialer Sicherung und zum Einsatz und zur Absicherung sozialer Dienstleister aufgrund des Coronavirus SARS-CoV-2 (Sozialschutz-Paket)“ vom 27. März 2020 (BGBl I S. 575) werden die Zeitgrenzen für die kurzfristige Beschäftigung (§ 8 Abs. 1 Nr. 2 SGB IV) übergangsweise vom 1. März 2020 bis 31. Oktober 2020 von drei Monaten oder 70 Arbeitstagen auf fünf Monate oder 115 Ar-beitstage angehoben.

Eine kurzfristige Beschäftigung liegt jedoch weiterhin nicht vor, wenn die Beschäftigung berufsmäßig ausgeübt wird und das monatliche Arbeitsentgelt 450 Euro übersteigt.

Pflegeversicherung

  • Zum Schutz der Pflegebedürftigen werden alle körperlichen Begutachtungen durch den Medizinischen Dienst bis 30. September 2020 eingestellt. Die Einstufung in die Pflegegrade werden auf Basis von vorliegenden Unterlagen und eines ergänzenden Telefoninterviews mit dem Pflegebedürftigen bzw. seiner Bezugsperson vorgenommen. Die entsprechenden Gutachten sollen konkrete Feststellungen zum Pflegegrad sowie – soweit angebracht – weitergehende Empfehlungen beispielsweise zur Hilfsmittelversorgung oder zu Rehabilitations- und Präventionsmaßnahmen enthalten.
  • Um das Infektionsrisiko für Pflegebedürftige sowie Beratungspersonen zu minimieren und diese Berufsgruppe/ diese Personen zu entlasten, ist zudem der Nachweis eines Beratungsbesuchs ebenfalls bis 30. September 2020 für Pflegebedürftige ausgesetzt, die Pflegegeld nach dem Sozialgesetzbuch XI beziehen.
  • Die Pflegekassen können -nach vorheriger Antragstellung durch das Coronavirus im Einzelfall im häuslichen Bereich verursachte pflegerische Versorgungsengpässe durch Kostenerstattung in Höhe der ambulanten Sachleistungsbeträge gewähren.
  • Die Aufwendungen für zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel dürfen nun bis voraussichtlich  30. September 2020 abweichend vom eigentlichen monatlichem Betrag in Höhe von 40 Euro nun einen Betrag von bis zu 60 Euro haben. Die Leistungserbringer können also vorübergehend gegenüber den Pflegekassen auch Preise oberhalb der aktuellen Vertragspreise abrechnen oder abweichend von den Mengenangaben im Vertrag kleinere Mengen zu den Vertragspreisen abgeben, sofern die tatsächlichen Preise die Vertragspreise übersteigen. Ausgesprochene Genehmigungen behalten hinsichtlich des Genehmigungszeitraumes und ggf. der genehmigten Produkte ihre Gültigkeit. Einer erneuten Genehmigung bedarf es daher nicht, weil der gesetzliche Höchstbetrag angehoben wurde oder die Vertragspreise in dieser Zeit nicht angewendet werden können.
  • Bislang erhalten Beschäftigte für bis zu 10 Tage Pflegeunterstützungsgeld als Lohnersatzleistung, wenn plötzlich ein Pflegefall in der Familie auftritt und sie die Pflege für einen Angehörigen zu Hause organisieren müssen. Bis zum 30. September 2020 wird Pflegeunterstützungsgeld auch gezahlt, wenn eine Versorgungslücke bei der Pflege zu Hause entsteht (weil z.B. eine Pflegekraft ausfällt oder ein ambulanter Pflegedienst schließt). Anders als heute wird das Pflegeunterstützungsgeld zeitlich befristet nicht mehr bis zu 10, sondern bis zu 20 Tage lang bezahlt.
  • Das Recht, der Arbeit wegen einer akuten Pflegesituation in der eigenen Familie fernzubleiben, umfasst bis zum 30. September 2020 ebenfalls 20 statt wie bisher 10 Tage. Zudem werden weitere pandemiebedingte Flexibilisierungen im Pflegezeitgesetz und Familienpflegezeitgesetz vorgenommen.
  • Pflegebedürftige im Pflegegrad 1 können den Entlastungsbetrag in Höhe von 125 EUR – abweichend von den derzeit geltenden Vorgaben nach Landesrecht – auch anderweitig verwenden. Dies gilt zeitlich befristet bis zum 30. September 2020 beispielweise für haushaltsnahe Dienstleistungen.
  • Für alle Pflegebedürftigen gilt: Die bisherige Ansparmöglichkeit von nicht in Anspruch genommenen Entlastungsleistungen wird einmalig um drei Monate verlängert.

Zahnarztbesuche

  • Gültigkeit von Heil- und Kostenplänen

Im Zeitraum vom 30.09.2019 bis zum 31.03.2020 genehmigte Heil- und Kostenpläne für Zahnersatz behalten ihre Gültigkeit bis einschließlich zum 30.09.2020. Erst für Versorgungen, die nicht bis zum 30.09.2020 durchgeführt werden können, ist ein neuer Heil- und Kostenplan zu erstellen.

  • Zahnbonus

Die Nicht-Inanspruchnahme der Zahnvorsorgeuntersuchungen im ersten Kalenderhalbjahr 2020 führt nicht zum Verlust des vollständigen Bonusanspruchs.