Krebshemmende Substanz in Knoblauch
Copyright: Leonhard Kraisser/iStockID:1311639560

3. Teil der Serie Epigenetik von Dr. Peter Spork
Krebshemmende Substanz in Knoblauch

Eierstockkrebs gehört zu den aggressiven Tumorerkrankungen. Wissenschaftler fanden heraus, dass eine Substanz im Knoblauch Eierstockkrebs-Zellen bekämpfen kann.

Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom) gehört zu den aggressiven Tumorerkrankungen und ist mit einem Anteil von etwa einem Drittel die zweithäufigste bösartige Erkrankung der weiblichen Geschlechtsorgane. Leider wird diese Art von Tumor meist sehr spät entdeckt, da lange Zeit keine oder nur geringe Symptome auftreten. Dadurch verschlechtern sich die Heilungschancen. Etwa eine von 75 Frauen erkrankt im Laufe ihres Lebens an Eierstockkrebs.

Wirkmechanismus von Knoblauch in Zellkulturen

Hin und wieder wird behauptet, Knoblauch könne ein wenig vor Eierstockkrebs schützen. Diese These ist zwar wissenschaftlich nicht belegt, aber eine Substanz in der Pflanze gerät zunehmend in den Blickpunkt. Sie heißt S-Allylcystein und soll Eierstockkrebs-Zellen bekämpfen können. Zumindest in Zellkulturen hat sich das jetzt bestätigt. Dieser Umstand bedeutet zwar noch nicht viel, aber spannend ist der analysierte Wirkmechanismus: Die Knoblauch-Substanz hemmt offenbar das epigenetische Enzym DNMT1 und sorgt so dafür, dass per DNA Methylierung* stumm geschaltete Gene wieder aktivierbar werden. Darunter scheint auch das Krebs unterdrückende Gen CDKN1 zu sein. Da es wieder aktiv wird, bremst sich die Teilungsaktivität der Krebszellen. Die Forscher hoffen nun, zukünftige Krebsmedikamente könnten am gleichen Mechanismus ansetzen.

Dr. Peter Spork
Dr. Peter Spork ©Thomas Duffé

Zielgenauere Medikamente

Mediziner werden Knoblauch also vermutlich niemals direkt gegen Krebs verschreiben. Aber die Pflanze könnte indirekt helfen, ein neues Medikament zu finden. Viele der zurzeit von Firmen überall auf der Welt entwickelten epigenetischen Antikrebsmedikamente wirken schon heute sehr viel zielgenauer als die epigenetischen Mittel der ersten Generation. So blockieren sie zum Beispiel nur noch wenige spezielle Enzyme und tragen zur Aktivierung oder Stummschaltung von nur wenigen Genen bei. Dadurch sinkt das Nebenwirkungsrisiko.

*Chemische Änderung an Grundbausteinen der Erbsubstanz einer Zelle, ohne den DNA-Code zu verändern

Dieser Beitrag ist zuerst im Newsletter Epigenetik erschienen: www.newsletter-epigenetik.de

Telefon
Kontakt
Direkt online Mitglied werden
cross