19.02.2019

Viele unpassende Straßen- und Hausschuhe

Kinderfüße in Stadt und Landkreis Kassel bleiben auch 2019 auf dem Prüfstand

Tipp: Auf Zehenspitzen zum Zähneputzen

Vor einem Jahr fiel der Startschuss für das seit vielen Jahren bundesweit bekannte BKK-Gesundheitsprojekt „Kinderfüße auf dem Prüfstand“ in Stadt und Landkreis Kassel. Denn fast alle Menschen kommen mit gesunden Füßen zur Welt. Ihnen fehlt aber häufig das Bewusstsein, dass sie etwas dafür tun können, damit ihre Füße sie auch später gesund durchs Leben tragen. Ein Großteil dauerhafter Schädigungen, wie veränderte Zehenstellung, Gelenkentzündungen, verkürzte Muskulatur sowie Probleme des Haltungsapparates resultieren aus der Entwicklungszeit im Kindesalter. Ursachen hierfür sind vor allem zu wenig abwechslungsreiche Bewegung, Übergewicht sowie unpassendes Schuhwerk.  

Anlass genug für die BKK WIRTSCHAFT & FINANZEN, das Projekt 2018 in den Kindertageseinrichtungen der Region zu etablieren. Mit Unterstützung von Fachleuten wurden 2018 so insgesamt 326 Paar Kinderfüße und 621 Paar Schuhe auf den Prüfstand gestellt. Kindgerechte Fußgymnastik, ein Barfußpfad sowie motorische Spiele rundeten die Aktionstage ab. Die Ergebnisse bildeten keine Ausnahme zu den bundesweiten Erhebungen. Immerhin 33 Prozent der Straßenschuhe passten. 55 Prozent der Straßenschuhe, die fälschlicherweise auf Zuwachs gekauft werden, waren mit bis zu 5 Größen zu groß. Hausschuhe waren in 46 Prozent aller Fälle mit bis zu drei Größen zu klein oder zu groß.  

Die Gründe für das häufig unpassende Schuhwerk liegen meist bei den nicht immer vergleichbaren Schuhgrößen. Denn die Außengröße - auch teurer Markenschuhe - stimmt nicht immer mit der wichtigeren Innengröße überein. Bestandteil des Projekts sind daher auch Informationen zu kindlichen Entwicklungsphasen, Fehlstellungen, der Einlagenversorgung sowie Tipps für den Kauf von passendem Schuhwerk im Rahmen eines abschließenden Elterngesprächs. 

Grundsätzlich raten BKK WIRTSCHAFT & FINANZEN und die teilnehmenden Experten zu mehr Bewegung, möglichst barfuß. Denn ein Großteil kindlicher Fußfehlstellungen ist entwicklungsbedingt und kann über gezielte Gymnastik und ohne Einlagenversorgung korrigiert werden. Fußgymnastik ist zudem nichts Aufwändiges. Schon der Weg auf Zehenspitzen ins Bad zum Zähneputzen und zurück ins Bett auf den Fersen kann spielerisch in jedem Alltag Einzug halten.  

Auch 2019 wird das Projekt fortgesetzt. Seit Jahresbeginn fanden bereits sechs weitere Aktionstage in Stadt und Landkreis Kassel statt.