Elektronische Gesundheitskarte

Altes und neues Layout der BKK-Gesundheitskarten: alt in weiß, neu in blau-weiß-gold.

Sie ist klein, handlich und Eintrittskarte zu Leistungen bei Ärzten und Krankenhäusern: die elektronische Gesundheitskarte (eGK). Ihr integrierter Chip speichert die Versicherungsdaten, das aufgedruckte Passbild schützt vor Missbrauch. Die aktuelle Kartengeneration "G2" kann mehr als ihre Vorgänger.

Und die nächste Kartengeneration steht schon in den Startlöchern: 2020 beginnt die Ausgabe der auch optisch neu gestalteten Kartengeneration "G2.1".

Elektronische Gesundheitskarte - Ein Überblick

Lichtbild

Mit oder ohne Bild?

Jeder Versicherte ab 15 Jahren bekommt eine eigene Karte mit seinem Foto. Kinder unter 15 Jahren und Versicherte, die aus gesundheitlichen Gründen kein Foto einreichen können, erhalten eine Karte ohne Lichtbild.

Anforderungen

Für die Ausstellung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) benötigen wir ein Lichtbild in Passfotoformat. Es muss nicht von einem Fotografen gemacht werden, aber bestimmte Kriterien erfüllen:

  • einteiliges Farbbild im Hochformat bzw. in einem verwendbaren Format ohne abgerundete Ecken
  • die Abbildung zeigt einen menschlichen Kopf
  • die Höhe der Gesichtsdarstellung auf dem Farbbild beträgt mindestens 32 mm (gemessen vom Haaransatz bis zum Kinn)
  • das Gesicht ist zentriert auf dem Foto platziert
  • das Gesicht ist in allen Bereichen klar und scharf abgebildet
  • das Gesicht ist in allen Teilen gleichmäßig ausgeleuchtet
  • die Bilddarstellung bietet eine ausreichende Helligkeit und ist ausreichend kontrastreich, um eine gute Farb-/Graustufen-Wiedergabe zu ermöglichen
  • der Bildhintergrund bietet einen deutlichen Kontrast zu Gesicht und Haaren
  • der Bildhintergrund zeigt keine störenden Konturen
  • auf dem Bild sind keine weiteren Personen oder Gegenstände zu sehen
  • die Hauttöne sind natürlich und ohne jeglichen Farbstich wiedergegeben, die Farben sind natürlich wiedergegeben
  • das Bild kann in Farbe oder Schwarz-Weiß vorliegen
  • das Bild zeigt eine Person mit einem neutralen Gesichtsausdruck und geschlossenem Mund
  • die Person schaut gerade in die Kamera
  • die Augen sind geöffnet, deutlich sichtbar und nicht durch Haare oder Brillengestelle verdeckt
  • es sind keine spiegelnden Reflexe - z. B. durch Brillengläser - vorhanden, die den Erkennungswert des Gesichtes einschränken
  • das Gesicht ist in vollem Umfang auf dem Bild zu erkennen und ohne Kopfbedeckung (Ausnahme Religionsgemeinschaften und geistliche Orden, die Kopfbedeckung darf die eindeutige Identifizierung nicht beeinträchtigen)
  • auf dem Farbbild sind keine Uniformteile oder nach deutschem Strafrecht verbotenen Zeichen/Abzeichen zu sehen

Upload

Rechtzeitig zum Beginn Ihrer Mitgliedschaft erhalten Sie - in der Regel gemeinsam mit einer Mitgliedsbescheinigung - von uns mit der Post einen Kartenantrag, auf dem Sie das Lichtbild aufkleben können.

Sie können uns Ihr Lichtbild ab diesem Zeitpunkt aber gerne auch elektronisch zur Verfügung stellen. Nutzen Sie dazu bitte das nachfolgende Upload-Modul (per E-Mail eingehende Bilder können wir in Ermangelung einer ausreichenden Identifikation nicht verarbeiten). Ihr Bild wird in diesem Fall an unseren Auftragsverarbeiter PAV Card GmbH aus Lütjensee übertragen, ausführender Kartenproduzent ist die Comcard GmbH aus Falkenstein.

Geben Sie zuerst die 9-stellige Nummer unserer Kasse (105......) und Ihre Versichertennummer ein. Liegt Ihr Mitgliedschaftsbeginn in der Zukunft und sind Ihnen diese Angaben bisher noch nicht bekannt, bitten wir Sie noch um etwas Geduld. Sobald der Upload technisch möglich ist, schreiben wir Sie automatisch an. 

Gespeicherte Daten

Pflichtangaben

Die elektronische Gesundheitskarte enthält folgende Pflichtangaben zur Person:

  • Name
  • Geburtsdatum
  • Geschlecht
  • Anschrift
  • Krankenversichertennummer
  • Versichertenstatus (Mitglied, Familienversicherter oder Rentner)

Die elektronische Gesundheitskarte bietet darüber hinaus die Möglichkeit, in ihren weiteren Entwicklungsstufen neben den Pflichtangaben freiwillig zusätzliche medizinische Angaben zu speichern. Jeder und jede Versicherte kann selbst entscheiden, welche freiwilligen Anwendungen er/sie nutzen möchte.

Freiwillige Anwendungen (noch nicht verfügbar)

Notfalldaten

Bei einem Notfall müssen Unfallärztinnen und -ärzte schnell handeln. Auf freiwilliger Basis können Versicherte in Zukunft notfallrelevante Informationen wie Allergien, chronische Erkrankungen, Arzneimittelunverträglichkeiten sowie andere wichtige Diagnosen auf ihrer Karte speichern lassen.

Medikationsplan

Diese Anwendung soll es in Zukunft ermöglichen, Medikamente, die Versicherte einnehmen, zu dokumentieren, um so Arzneimittelverträglichkeiten prüfen zu können. Erste Stufe zur Arzneimitteltherapie-Sicherheitsprüfung wird der elektronische Medikationsplan sein. Auf freiwilliger Basis können alle Medikationsdaten, Arzneimittelverordnungsdaten und Therapievorschlagsdaten für eine Patientin bzw. einen Patienten dokumentiert werden.

Kommunikation mit Leistungserbringern

Geplant ist auch die Einführung einer sicheren Kommunikation zwischen Ärztinnen und Ärzten und Einrichtungen im Gesundheitswesen. Heute wird vorwiegend der Postweg genutzt. Das kostet Zeit und verursacht Arbeit durch das später notwendige Digitalisieren von Arztbriefen für die Praxis-Software. Zukünftig können Befunde dann schnell und sicher elektr onisch übermittelt werden. Bevor diese Anwendungen flächendeckend im Einsatz sind, werden sie durch Feldtests erprobt. Für einige Funktionen, wie die Notfalldaten oder den elektronischen Medikationsplan, benötigen Sie zusätzlich zur Gesundheitskarte eine PIN. Ihre Krankenkasse gibt diese sukzessiv an alle Versicherten aus.

Patientenakte

Ab 2021 steht mit der elektronischen Patientenakte/dem elektronischen Patientenfach die Königsdisziplin der Telematik auf dem Plan. Dabei werden – wenn von dem oder der Versicherten gewünscht – Patientendaten aus bereits vorhandenen Anwendungen und Dokumentationen wie z. B. Notfalldaten oder Medikationsplan in einer elektronischen Patientenakte bereitgestellt. Im Patientenfach können online auch eigene Daten wie etwa ein Tagebuch über Blutzuckermessungen abgelegt werden.

PIN und PUK

Wenn die geplanten freiwilligen Anwendungen zur Verfügung stehen, werden Versicherte alleine bestimmen, ob und welche medizinischen Daten mit Ihrer Karte gespeichert werden sollen. Ohne Einwilligung wird daher niemand auf diese vertraulichen Daten zugreifen können.

  • Alle gesetzlich Versicherten erhalten voraussichtlich bis Herbst 2020 persönliche Identifikationsnummern (PIN und PUK). Diese Geheimnummer macht die Karte zum persönlichen Schlüssel des Versicherten.
  • Auch (Zahn-)Ärztinnen und (Zahn-) Ärzte sowie Psychotherapeutinnen und -therapeuten erhalten eine eigene Karte, den so genannten Heilberufsausweis.
  • Erst wenn die Gesundheitskarte und der Heilberufsausweis im Kartenlesegerät stecken und sich beide Seiten mit ihrer jeweiligen persönlichen Identifikationsnummer (PIN) identifiziert haben, können die Daten entschlüsselt und gelesen werden.

Wichtig:

  • Für den alltäglichen Gebrauch bei Arztbesuchen oder für das Auslesen der Notfalldaten ist keine PIN notwendig.
  • Die neue PIN erhalten Versicherte auf dem Postweg. Aus Datenschutzgründen ist jede Gesundheitskarte mit einer eigenen PIN versehen. Damit Sie die übersandte PIN auch der richtigen Gesundheitskarte zuordnen können, falls Sie im Besitz von mehr als nur einer Karte sind, teilen wir Ihnen in dem Schreiben zur PIN auch die Kartenkennnummer mit. Diese Kennnummer finden Sie auf der Rückseite der Karte. Das bedeutet: Erhalten Sie von uns zukünftig eine neue Karte, wird Ihnen zeitversetzt auch die zugehörige PIN zu dieser Karte zugeschickt.
  • Ähnlich

Datenschutz

Der Gesetzgeber hatte daher zusammen mit dem Bundesbeauftragten für den Datenschutz und die Informationsfreiheit (BfDI) spezielle Regelungen des Datenschutzes für die elektronische Gesundheitskarte formuliert, die die geltenden Datenschutzregelungen ergänzen. Mit der Gesundheitskarte kontrolliert der Versicherte, wer auf seine Daten zu welchem Zeitpunkt zugreifen kann.

Mehr Informationen gibt es unter https://www.gematik.de/telematikinfrastruktur/datenschutz/

Gültigkeit einer Karte

Warum sind nur noch Karten mit dem Aufdruck "G2" gültig?

Kontrollieren Sie bitte, ob Sie die „richtige“ elektronische Gesundheitskarte (eGK) besitzen. Richtig ist eine Karte mit der Bezeichnung „G 2“ rechts oben auf der Vorderseite. Nur Karten mit diesem Aufdruck für die zweite Generation der Gesundheitskarte sind seit 2019 gültig.

Alle Gesundheitskarten der ersten Generation (G1) haben bereits Ende 2018 ihre Gültigkeit verloren, unabhängig vom aufgedruckten Ablaufdatum. Bitte verwenden Sie zudem immer die Karte, die Sie zuletzt von uns erhalten haben. So können Sie sicher sein, dass beim Besuch in der Praxis alles reibungslos läuft, wenn Ihre eGK eingelesen wird.

Was passiert, wenn man ohne gültige Gesundheitskarte zum Arzt geht?

Geht ein Patient ohne Gesundheitskarte der Generation "G2" (und höher) zum Arzt muss er bei nicht verschiebbare Behandlungen innerhalb von zehn Tagen eine gültige Karte nachreichen. Andernfalls kann der Arzt oder Psychotherapeut die Behandlung privat abrechnen.

Reicht der Patient bis Quartalsende die gültige eGK nach oder bestätigt seine Krankenkasse, dass zum Zeitpunkt der Behandlung ein Leistungsanspruch bestand, erhält er das Geld zurück, und der Arzt rechnet die Behandlung wie gewohnt als Kassenleistung ab.

Nur für folgende Fälle gilt das so genannte Ersatzverfahren:

  • die Gesundheitskarte liegt nach Krankenkassenwechsel oder Wechsel der Versicherungsart noch nicht vor
  • die Gesundheitskarte ist aufgrund eines technischen Defekts nicht lesbar. 
  • die Gesundheitskarte kann im Rahmen eines Hausbesuche nicht mobil eingelesen werden.

Beim Ersatzverfahren bestätigt der Patient durch Unterschrift auf einem Abrechnungsschein, dass er Mitglied der Krankenkasse ist.

Meine Adresse hat sich geändert. Brauche ich eine neue Gesundheitskarte?

Nein. Nach einem Umzug erhalten Sie von uns keine neue eGK. Ihre persönlichen Daten werden seit der Kartengeneration "G2" beim Arztbesuch direkt auf dem Chip aktualisiert. Haben Sie uns Ihre neue Adresse mitgeteilt, wird diese beim nächsten Arztbesuch mit dem Einlesen auf dem Chip synchronisiert.