Die nächste Ausgabe erscheint am 01.04.2024.

revista

Das Magazin der BKK WIRTSCHAFT & FINANZEN

Grüne Gesundheit?

YOLO Redaktion Azubis

Nachhaltiges Handeln auf allen Ebenen

Es sind nicht nur direkte Auswirkungen des Klimawandels wie Hitzewellen oder Hochwasser, die unsere Gesundheit bedrohen. Auch Infektionskrankheiten, Allergien, HerzKreislauf- und Atemwegserkrankungen oder Hautkrebs werden zunehmen. Umwelt und Gesundheit sind deshalb eng miteinander verbundene Themen. Die Bundesregierung hat daher beschlossen, Nachhaltigkeit im Verwaltungshandeln bis 2030 klimaneutral umzusetzen. Auch Krankenkassen sind davon betroffen.

„Für die BKK W&F ist Nachhaltigkeit seit etwa drei Jahren ein Thema“, erläutert Ingeborg Jahn. Ging es zu Beginn nur um die Ermittlung des unternehmensinternen ökologischen Fußabdrucks und dessen Kompensation, stehen mittlerweile weitreichende Veränderungen im Fokus der Bemühungen. Das Besondere: Als Projektverantwortliche wird Jahn von den Auszubildenden der BKK W&F unterstützt: „Wir haben uns für eine Teamlösung entschieden, da Auszubildende letztlich am längsten und weitreichendsten von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen sind“, erläutert Jahn. „Uns ging es in dieser zweiten Phase darum, die Bestandsaufnahme zu aktualisieren und mit den Erfordernissen des Maßnahmenprogramms der Bundesregierung abzugleichen.“ Denn die gesetzlichen Krankenkassen sollen sich als bundesunmittelbare Sozialversicherungsträger zumindest am Maßnahmenprogramm der Bundesregierung orientieren. Dieses umfasst neben dem klassischen Verwaltungshandeln auch Bereiche wie Mobilität und Gesundheit.

klimaneutrale krankenkasse 2022

Das erste Ergebnis: „In vielen Verwaltungsbereichen sind wir bereits auf einem guten Weg“, so das gemeinsame Fazit der Auszubildenden Nele Appell und Leon Rotter nach der Präsentation im Führungskreis der BKK W&F.

Konkret:

• Mitarbeitende profitieren schon heute von den Möglichkeiten des mobilen Arbeitens, die Umwelt wird damit durch geringere Fahrwege entlastet und auch Dienstreisen werden nur genehmigt, wenn keine Möglichkeit zur Teilnahme an Webkonferenzen besteht. Auch der bereits seit 2016 existierende Arbeitskreis Gesundheit ist Teil des Maßnahmenprogramms.

• Versicherte können bereits seit einigen Jahren papierlos Dokumente einreichen, was Rohstoffe einspart.

• Der Kernstandort Kassel wird bereits zu 100 Prozent mit Ökostrom versorgt.

• Die Webseite der BKK W&F wird bereits „green“ gehostet.

Jahn: „Gleichzeitig hat sich aber auch herausgestellt, dass sich manches darüber hinaus Wünschenswerte nicht so schnell umsetzen lässt. So ist die Umstellung auf Elektromobilität von Fahrzeugen eine Herausforderung, da die Bereitstellung von Ladesäulen aufgrund begrenzter Stromkapazitäten vor Ort nicht adhoc erfolgen kann.“ Konkret angegangen werden hingegen umgehend Maßnahmen zur Reduktion des Energieverbrauchs durch sparsamere Geräte oder den Verzicht auf die Stand-by-Funktion. Auch das Magazin revista wird ab 2023 nicht mehr quartalsweise als gedrucktes Exemplar erscheinen. Die Auszubildenden werden diese Prozesse weiter aktiv begleiten.


BKK Green Health

Nachhaltiges Verwaltungshandeln ist aber noch viel mehr: Das BKK-System arbeitet bereits seit einigen Jahren gemeinsam an diesem Thema. Schon vor der Veröffentlichung des Maßnahmenprogramms der Bundesregierung im Bundes-Klimaschutzgesetz haben Betriebskrankenkassen, BKK Landesverbände und der BKK Dachverband die Initiative „BKK Green Health“ gegründet. Ziel ist es, eine gemeinsame Haltung zum Thema ökologische und soziale Nachhaltigkeit zu entwickeln. Schnell wurde dabei aber auch klar: „Für gesetzliche Krankenkassen ist nahezu unmöglich, für die eigentlichen Versorgungsleistungen neben dem generellen Grundsatz der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit auch die Kriterien der Nachhaltigkeit und der Gemeinwohlorientierung zum Maßstab ihres Handelns zu machen“, erläutert die auch in diesem Kreis für die BKK W&F engagierte Jahn. Eine wesentliche Aufgabe der Initiative ist es laut Jahn daher, „der Politik klarzumachen, dass Nachhaltigkeit und Gemeinwohl auch im Sozialgesetzbuch als Richtgröße der Verwirklichung sozialer Rechte unserer Versicherten einen Platz finden müssen.“

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„Agenda 2030“ & Klimaschutzgesetz (KSG)

Die „Agenda 2030“ wurde 2015 von den Vereinten Nationen einstimmig beschlossen. Mit ihr hat sich die Weltgemeinschaft 17 Ziele (Sustainable Development Goals, SDGs) für eine sozial, wirtschaftlich und ökologisch nachhaltige Entwicklung gesetzt. Die Ziele gelten universal und für alle Länder gleichermaßen. Sie reichen von der Beseitigung des weltweiten Hungers über die Stärkung von nachhaltigem Konsum und nachhaltiger Produktion bis hin zu Maßnahmen für den Klimaschutz. Gesundheit spielt im Rahmen des Nachhaltigkeitsziels3 („Ein gesundes Leben für alle Menschen jeden Alters gewährleisten und ihr Wohlergehen fördern“) eine zentrale Rolle und ist mit allen anderen Nachhaltigkeitszielen eng verbunden.

Die daraus abgeleiteten Maßnahmen der Bundesregierung sind online als PDF abrufbar: https://www.bundesregierung.de/resource/blob/998008/1953740/1fa562505e19485b107b61ddb19ea0a7/2021-08-25-massnahmenprogramm-nachhaltigkeit-2021-data.pdf?download=1

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