Wie kann ich mich bei der BKK W&F versichern? Wie berechnet sich mein Beitrag? 

Antworten auf Fragen wie diese finden Sie in dieser Rubrik. Da es rechtliche Unterschiede bei den Voraussetzungen einer Versicherung und den Beiträgen gibt, wählen Sie bitte die für Sie passende Personengruppe in unserer Übersicht aus.

Krankenversicherung 2019 - Fragen & Antworten

 

Am 1.1.2019 trat das Versicherten-Entlastungsgesetz (VEG) und eine Anpassung des Zusatzbeitrages der BKK W&F in Kraft. Was es damit auf sich hat und warum dieser für bestimmte Personengruppen nicht oder nur halb so wichtig für die Wahl einer Krankenkasse ist, erfahren Sie hier.

Was bedeutet der Zusatzbeitrag in Euro und Cent?

Lohn/Gehalt oder gesetzliche Rente

0,1 Prozent mehr oder weniger stehen bei einem Gehalt oder einer gesetzlichen Rente von 3.000 Euro monatlich für einen Unterschiedsbetrag von 1,50 Euro. Eine Anpassung um 0,29 Prozent steht daher für einen monatlichen Mehrbetrag von 4,35 Euro. Mit mehr als 6,58 Euro wirkt sich die Anpassung auch oberhalb von 4.537,50 Euro (gesetzliche Beitragsbemessungsgrenze) nicht aus. Bei dieser Berechnung handelt es sich allerdings nur um einen theoretischen Wert und nicht um die tatsächliche Mehrleistung des Mitglieds, da der Arbeitgeber oder die gesetzliche Rentenversicherung sich künftig auch am Zusatzbeitrag mit 50 Prozent beteiligen. Die persönliche Belastung reduziert sich daher trotz der Anpassung in diesen Fällen von 1,1 Prozent um 0,405 Prozent auf 0,695 Prozent (die Hälfte von 1,39 Prozent). 

Einkommen & Versorgungsbezüge

Tragen Sie den Zusatzbeitrag vollständig selbst, beispielsweise als Selbständiger oder als Bezieher eines Versorgungsbezugs, wirkt sich die Anpassung bei einem Einkommen/Bezug von 3.000 Euro je 0,1 Prozent mehr oder weniger mit einem Unterschiedsbetrag von 3 Euro monatlich aus. Die Anpassung um 0,29 Prozent bedeutet daher in diesem Fall eine Erhöhung um 8,70 Euro monatlich. Aber : Wer als Selbständiger trotz geringerer Einnahmen bislang Beiträge auf Basis der gesetzlichen Mindestbemessungsgrundlage in Höhe von 2.283,75 Euro gezahlt hat, profitiert ab 2019 von der deutlichen Absenkung dieser Grundlage auf 1.038,33 Euro. Mehr Information dazu finden Sie in der Rubrik Selbstständige.

Beteiligt sich der Arbeitgeber oder die gesetzliche Rentenversicherung ab 1.1.2019 am Zusatzbeitrag?

Ja, ab 1.1.2019 trägt der Arbeitgeber die Hälfte des zuvor allein vom Mitglied zu tragenden Zusatzbeitrags. Dies gilt auch für Renten der gesetzlichen Rentenversicherung.

Wer zahlt ab Januar 2019 weniger Beiträge?

Beschäftigte Mitglieder der BKK W&F haben in den letzten drei Jahren einen Zusatzbeitrag in Höhe von 1,1 Prozent alleine getragen. Durch die künftig hälftige Beteiligung des Arbeitgebers reduziert sich die persönliche Belastung in diesen Fällen um 0,405 Prozent auf 0,695 Prozent (Hälfte von 1,39). Dies gilt auch für Renten der gesetzlichen Rentenversicherung. Hier gilt zudem der bisherige Beitragssatz weiter bis zum 28.2.2019.

Was gilt bei Versorgungsbezügen?

Für versicherungspflichtige Mitglieder gilt auch bei der Beitragszahlung aus wiederkehrenden Versorgungsbezügen (z. B. Betriebsrenten) bis zum 28.2.2019 weiter der bisherige Beitragssatz von 1,1 Prozent. Der neue Beitragssatz wird hier erst ab 1.3.2019 berechnet. Zahlstellen leisten allerdins keinen Beitragszuschuss. Die Anpassung um 0,29 Prozent wirkt sich daher bei einem Versorgungsbezug in Höhe von 1.000 Euro mit 2,90 Euro aus.

Was gilt für Selbständige und sonstige freiwillig Versicherte?

Da Selbständige und sonstige freiwillig Versicherte den Zusatzbeitrag alleine tragen, wirkt sich die monatliche Mehrbelastung durch den Zusatzbeitrag mit maximal 13,16 Euro aus. Da auch die Beitragsbemessungsgrenze durch den Gesetzgeber um 112,50 Euro erhöht wurde, summiert sich die Mehrbelastung hier auf bis zu 30,82 Euro monatlich. Aber: wer als Selbständiger trotz geringerer Einnahmen bislang Beiträge auf Basis der gesetzlichen Mindestbemessungsgrundlage in Höhe von 2.283,75 Euro gezahlt hat, profitiert ab 2019 von der deutlichen Absenkung dieser Grundlage auf 1.038,33 Euro. Mehr Information dazu finden Sie in der Rubrik Selbstständige.

Gibt es Auswirkungen auf die kostenfreie Familienversicherung?

Nein. 

Warum erhöht die BKK W&F gegen den gefühlten Trend?

Übersteigen Betriebsmittel und Rücklagen den Umfang einer Monatsausgabe, hat eine Krankenkasse diesen Betrag künftig an den Gesundheitsfonds abzuführen. Um diesem Abfluss vorzubeugen, planen einige Krankenkassen für 2019 mit einem nicht kostendeckenden Zusatzbeitagssatz. Die BKK W&F hat diesen Vermögensabbau bereits in den Jahren 2011 bis 2014 durch Prämienzahlungen forciert und in ihrer Satzung eine Rücklage von 50 Prozent einer Monatsausgabe verankert. Die BKK W&F trägt daher nicht zu den in den Medien kritisierten Überschüssen oberhalb einer Monatsausgabe bei.

Für wen hat die Anpassung des Zusatzbeitrags keine Bedeutung?

Für einige Personengruppen gilt nicht der Zusatzbeitragssatz der eigenen Krankenkasse, sondern der vom Bundesministerium für Gesundheit festgelegte durchschnittliche Zusatzbeitragssatz 2019. Dies betrifft Versicherte, deren Beiträge von Dritten getragen werden, beispielsweise Bezieher von Arbeitslosengeld II. Auch für Bezieher von Arbeitslosengeld I hat die Höhe des Zusatzbeitrags keine Bedeutung. Die Agentur für Arbeit übernimmt hier den Beitrag unabhängig von der Höhe des Zusatzbeitrags der Krankenkasse. Mehr Information dazu finden Sie in der Rubrik Sonstige Pflichtversicherte.

 

 

Warum ist der Zusatzbeitrag für Studenten zweitrangig?

Die Beiträge von Studenten werden auf Basis des BaföG-Bedarfssatzes in Höhe von derzeit 649 Euro und eines um 30 Prozent vergünstigten allgemeinen Beitragssatzes ermittelt. Die Anpassung des Zusatzbeitrages der BKK W&F führt hier zu einer Mehrbelastung in Höhe von 1,88 Euro monatlich.  Mehr Information dazu finden Sie in der Rubrik Studenten.

Kann der Zusatzbeitrag steuerlich abgesetzt werden?

Ja. Es werden alle Beiträge für eine gesetzliche Krankenversicherung angesetzt. Hierzu gehört auch der Zusatzbeitrag.

Wer durch einen Wechsel weniger für die Krankenversicherung zahlt, muss zudem einen höheren Bruttolohn versteuern. Das frisst einen kleinen Teil der erhofften Ersparnis wieder auf. Ein Vergleich der Leistungen lohnt sich daher mehr denn je.

Kommen die Einnahmen aus dem Zusatzbeitrag der BKK W&F vollständig den Versicherten zu Gute?

Nein. Damit die unterschiedliche Einkommensstruktur der Mitglieder nicht zu Nachteilen für finanzschwächere Krankenkassen führt, gibt es einen vollständigen Einkommensausgleich. Auch der Zusatzbeitragssatz der BKK W&F basiert daher nicht auf dem Einkommen ihrer Mitglieder, sondern auf dem durchschnittlichen Einkommen aller Krankenkassen. Über diesen Weg zu viel eingesammelte Einnahmen werden automatisch an Krankenkassen mit unterdurchschnittlichem Einkommensniveau weitergeleitet.

Mehr Informationen finden Sie auf der Webseite des BKK Dachverbands unter https://www.bkk-dachverband.de/politik/morbi-rsa/detailansicht/news/detail/News/gkv-zusatzbeitraege-absurde-subventionierung-1.html

Was passiert in den anderen Zweigen der Sozialversicherung?

Der Beitragssatz zur bundesweit einheitlichen sozialen Pflegeversicherung wird zum 1.1.2019 um 0,5 Prozent erhöht. Gleichzeitig sinkt der Beitrag zur Arbeitsförderung um 0,5 Prozent.

Wie wurden die Mitglieder der BKK W&F offiziell informiert?

Das Bundesversicherungsamt hat als zuständige Aufsichtsbehörde ihre Genehmigung am 20. Dezember erteilt. Wir sind gesetzlich verpflichtet, mit der schriftlichen Benachrichtigung unserer Mitglieder bis zu dieser Genehmigung zu warten. Da die Druckerei für Konfektion und Druck einen Vorlauf von zwei Tagen benötigt, sind die Briefe aufgrund der Feiertage zwischen dem 28. Dezember 2018 und 2. Januar 2019 versendet worden.

Nach § 175 Abs. 4 Satz 8 gilt eine Kündigung deshalb unabhängig vom tatsächlichen Eingang als im Januar erklärt. Das gesetzliche Sonderkündigungsrecht verlängert sich daher entsprechend, so dass auch Anfang Februar eingehende Kündigungen zum 31. März 2019 wirksam werden. Sollten Sie sich mit diesem Gedanken tragen, besteht daher keine Eile. Beziehen Sie bei dieser Abwägung auch den Wert der für Sie interessanten Mehrleistungen ein.

Wichtig: Das Sonderkündigungsrecht betrifft nur Mitglieder in der 18-monatigen Bindungsfrist. Wer bereits länger als 18 Monate Mitglied der BKK W&F ist, kann jederzeit mit einer Frist von 2 vollen Kalendermonaten zu einer anderen Krankenkasse wechseln.

Unterscheiden sich die Leistungen der BKK W&F von denen anderer Krankenkassen?

Ja. Nicht jede Krankenkasse schöpft den gesetzlich möglichen Spielraum für zusätzliche Leistungen ohne Hintertüren aus. Spitzenpositionen in unabhängigen Leistungsvergleichen bestätigen dies regelmäßig. Alle zusätzlichen Leistungen bleiben 2019 erhalten. Mehr Information dazu finden Sie in der Rubrik Mitglied werden.